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Chronik 1990

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    • 1990

      4. April

      Im Bundeskabinett werden die Empfehlungen des Zentralbankrates der Deutschen Bundesbank vom 30. März zur beabsichtigten Währungsunion mit der DDR erörtert. Mehr
    • 1990

      4. April

      Auf einer Beraterrunde im Kanzleramt schlägt der Sowjetexperte Boris Meissner vor, der Sowjetunion einen umfassenden bilateralen Vertrag über Gewaltverzicht und Zusammenarbeit anzubieten. Mehr
    • 1990

      5. April

      In Ost-Berlin konstituiert sich die erste frei gewählte Volkskammer. Zur Präsidentin wird Sabine Bergmann-Pohl (CDU) gewählt. Das Parlament erteilt Lothar de Maizière (CDU) als Spitzenkandidaten der stärksten Fraktion den Auftrag zur Regierungsbildung.


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    • 1990

      5. April

      In Bonn bespricht der Bundeskanzler mit Experten des Finanzministeriums und der Bundesbank die Leitlinien über den Entwurf eines Staatsvertrages mit der DDR. Mehr
    • 1990

      11. April

      Am Abend informiert Lothar de Maizière den Bundeskanzler telefonisch über den Stand der Koalitionsverhandlungen und der Regierungsbildung in der DDR. Mehr
    • 1990

      12. April

      In der Präambel des Koalitionsvertrages der Regierung de Maizière wird erklärt: „Die besondere Lage in der DDR seit dem 9. November 1989 macht es zur Lösung der anstehenden Zukunftsaufgaben im Prozess der Vereinigung beider Teile Deutschlands erforderlich, parteitaktische Interessen zurückzustellen und eine große Koalition für die Zeit des Zusammenwachsens beider deutscher Staaten zu bilden." Mehr
    • 1990

      14. April

      Blick über das frühere Bahnhofsgelände am Nordbahnhof, hinter der äußeren Mauer die St.-Sebastian-Kirche in der Gartenstraße im West-Berliner Bezirk Wedding; Aufnahme 1. Juni 1990
      Seit Wochen bemühen sich die in Berlin lebenden Künstler Anna Franziska Lobeck, Peter Schwarzbach und Manfred Butzmann darum, entlang der Mauer eine Blumenlandschaft zu erschaffen. Sie werben mit Plakaten, Pressekonferenzen und Bitten um Spenden für die Verwirklichung der Idee, die ursprünglich vom japanischen Künstler Shinkichi Tajiri stammt. Shinkichi Tajiri lehrt an der Hochschule der Künste in West-Berlin; bei seinen Flugreisen nach Berlin ist ihm aufgefallen, dass sich bei abendlichen Landeanflügen der erleuchtete Mauerstreifen wie ein hell leuchtendes Band durch Berlin windet. Er schlägt vor, entlang der Mauer die gelbe, bittere Lupine anzupflanzen.
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    • 1990

      16. April

      Ministerratsvorsitzender Lothar de Maizière erhält vom sowjetischen Botschafter in der DDR, Wjatscheslaw Kotschemassow, ein inoffizielles Schreiben (Non-Paper) der sowjetischen Führung. Darin meldet Moskau Bedenken gegen einen schnellen Beitritt der DDR nach Artikel 23 des Grundgesetzes an. Mehr
    • 1990

      16. April

      Volkspolizisten zerstören Funk- und Drahtwanzen des ehemaligen MfS, April 1990.
      In der neuen DDR-Regierung bestehen ernste Befürchtungen, dass trotz aller Auflösungserscheinungen die nach wie vor vorhandenen Strukturen der Staatssicherheit die Regierung destabilisieren könnten. Gerüchte kursieren, dass Mitarbeiter der Staatssicherheit in Standorten der sowjetischen Streitkräfte Unterschlupf gefunden haben und von dort aus Attentate vorbereiten könnten.


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    • 1990

      19. April

      Lothar de Maiziére gibt während der 3. Sitzung der Volkskammer der DDR vor den Parlamentsabgeordneten in Berlin seine Regierungserklärung ab, 19. April 1990.
      Die Regierungserklärung von Lothar de Maizière ist ein Bekenntnis zur Einheit Deutschlands. Er betont in seiner Erklärung unter anderem: „Die Einheit muß so schnell wie möglich kommen, aber ihre Rahmenbedingungen müssen so gut, so vernünftig und so zukunftsfähig sein wie nötig."
    • 1990

      24. April

      Bundeskanzler Kohl und Ministerratsvorsitzender de Maizière verhandeln über die Währungsunion, die schon im Juli in Kraft treten soll (v. l. n. r.: 1 Mark der DDR, 1 Pfennig Bundesrepublik und DDR, 1 Deutsche Mark); Aufnahme 24. April 1990
      Bundeskanzler Kohl und Ministerratsvorsitzender de Maizière treffen sich in Bonn und besprechen die Vorschläge der Bundesregierung für eine Währungsunion und Fragen eines Staatsvertrages zwischen den beiden deutschen Staaten. Mehr
    • 1990

      25. April

      Die Volkskammer lehnt mit 12 Stimmen Mehrheit (179 zu 167) den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Grüne ab, den Entwurf einer neuen DDR-Verfassung zu diskutieren. Den Entwurf hatte die Arbeitsgruppe „Neue Verfassung der DDR" des Runden Tisches auch über das Ende der Arbeit dieses Gremiums hinaus erarbeitet und am 5. April erstmals vorgestellt.
    • 1990

      27. April

      Die deutsch-deutschen Verhandlungen über die Herstellung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion beginnen; Verhandlungsführer sind für die BRD Bundesbank-Direktor Hans Tietmeyer und für die DDR Staatssekretär Günther Krause. Grundlage ist ein Papier der Bundesregierung, das einen Umtauschkurs von 1:1 für Einkommen und Renten sowie für Bargeld und Sparguthaben pro Kopf bis zu 4.000 Ost-Mark vorschlägt.
    • 1990

      27. April

      Panzermauer am Brandenburger Tor: Sie wird ab April 1990 abgerissen.
      Der Chef der DDR-Grenztruppen, Generalmajor Dieter Teichmann, unterrichtet den Minister für Abrüstung und Verteidigung, Rainer Eppelmann, über den Umfang der Demontage von Grenzsicherungsanlagen. Mehr
    • 1990

      28. April

      Mauersegmente nach dem Abriss zwischen Leuschnerdamm und Sebastianstraße, die verkauft werden sollen; Aufnahme 23. Januar 1990
      Im vornehmen West-Berliner Hotel Inter-Continental findet eine Versteigerung von drei Original-Mauersegmenten statt; zwei stammen vom Checkpoint Charlie, eins vom Brandenburger Tor. Mehr
    • 1990

      28. April

      In der Thüringenhalle in Erfurt versammeln sich rund 1.500 Menschen. Sie gehören zu den Tausenden von Zwangsausgesiedelten, die innerhalb kürzester Zeit im Mai/Juni 1952 im Rahmen der sogenannten Aktion „Grenze" und „Ungeziefer" entlang der 1.400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze aus ihren Häusern getrieben wurden. Mehr
    • 1990

      28. April

      In Dublin wird ein EG-Sondergipfel beendet. Das Misstrauen, das den Straßburger Gipfel beherrschte, ist ausgeräumt. Der Europäische Rat befürwortet die Vereinigung Deutschlands. Mehr
    • 1990

      29. April

      Ministerpräsident Lothar de Maizière trifft zu einem Gespräch mit Partei- und Staatschef Michail Gorbatschow in Moskau ein.

      Zwar äußern Gorbatschow und de Maizière am Ende ihre Zufriedenheit, aber für de Maizière verläuft der Beginn des Gesprächs überraschend. Zehn Jahre später berichtet er darüber: „Er kam an und erzählte mir erst einmal zehn Minuten lang, was er von mir alles erwarte, was ich zu tun hätte. Als ich dann sagte, er irrte sich, es wären ein paar (…) Wechsel eingetreten, ich wäre – anders als meine Vorgänger – nicht mehr zum Befehlsempfang gekommen, sondern ich stützte mich auf 75 Prozent einer frei gewählten Volkskammer. Ich wäre bereit, mit ihm über die Dinge zu reden, die uns gemeinsam interessierten, (…) aber nicht mehr im Sinne von Befehlsempfang. Da war er ziemlich – also, er ging ziemlich aus dem Leim. Das habe ich ihm gar nicht zugetraut, dass er so heftig werden könnte." Das überlieferte Gesprächsprotokoll vermittelt demgegenüber eine offene und freundliche Atmosphäre, obwohl Gorbatschow noch einmal seine ablehnende Haltung gegenüber einer Vereinigung nach Artikel 23 des Grundgesetzes und der NATO-Mitgliedschaft Deutschlands betont. Weniger anzeigen
    • 1990

      30. April

      Bei einem Gespräch zwischen der Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl und Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth wird die Bildung eines gemeinsamen Parlamentsausschusses zur deutschen Einheit beschlossen. Mehr
    • April 1990

      16.000 Menschen haben im April die DDR verlassen; seit dem Jahresbeginn 1990 sind es über 170.000. Die Ankündigung der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion zum 1. Juli 1990 hat die Abwanderung jedoch eingedämmt.
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