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  • Siekmann, Ida
    Am 21. August muss auch Ida Siekmann erleben, wie die Tür ihres Hauses verbarrikadiert wird. Am nächsten Morgen wirft sie in aller Frühe Bettzeug und andere Habseligkeiten aus dem Fenster ihrer Wohnung im dritten Stock. Dann springt sie, möglicherweise aus Angst entdeckt zu werden, hinterher, bevor die West-Berliner Feuerwehr mit einem Sprungtuch zu Hilfe kommen kann.
  • Litfin, Günter
    Es ist kurz nach 16.00 Uhr, als Günter Litfin an diesem Nachmittag versucht, zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof von Ost- nach West-Berlin zu gelangen. Berichten der Ost-Berliner Volkspolizei zufolge führt sein Weg vom Charité-Gelände über eine Grundstücksmauer zum Spreeufer. Dort wird er von Angehörigen der Transportpolizei entdeckt.
  • Hoff, Roland
    Gegen 14.00 Uhr springt Roland Hoff mit einer Aktentasche unterm Arm in das Grenzgewässer und schwimmt auf das West-Berliner Ufer zu. "Nicht schießen! Bitte nicht schießen!" ruft er, als die ersten Schüsse fallen. Dennoch nehmen ihn insgesamt vier Grenzpolizisten weiter unter Beschuss, bis er tödlich am Kopf getroffen im Wasser versinkt.
  • Urban, Rudolf
    In West-Berlin trifft an diesem 19. August US-Vizepräsident Johnson ein. Sein Besuch soll das Vertrauen der West-Berliner in die USA stärken, nachdem die Zurückhaltung der Schutzmacht gegenüber der Schließung der Sektorengrenze auf großes Unverständnis gestoßen ist. Im Ostteil der Stadt bereiten unterdessen die Urbans die Flucht aus ihrer im ersten Stock gelegenen Wohnung vor. Sie wollen sich aus dem Fenster abseilen.
  • Segler, Olga
    Am Abend des 25. September entschließt sich auch Olga Segler, aus dem Fenster ihrer im zweiten Stock gelegenen Wohnung zu springen. Unten auf dem Gehweg wartet ihre Tochter und ermutigt sie, während Feuerwehrleute ein Sprungtuch ausbreiten und die 80-Jährige auffangen.
  • Lünser, Bernd
    Als sie die Verfolgung aufnehmen, macht Bernd Lünser durch laute Rufe West-Berliner Passanten auf sich aufmerksam: "Helft mir, ich will springen", ruft er ihnen aus schwindelnder Höhe zu. Sie verständigen eine Sektorenstreife der West-Berliner Polizei, und während auf der anderen Seite die ersten Schüsse fallen, stehen kurze Zeit später Feuerwehrleute mit einem Sprungtuch bereit, um den Flüchtling aufzufangen.
  • Düllick, Udo
    Dass er ein guter Schwimmer ist, mag ihn in an jenem Oktoberabend ermutigt haben, die Flucht durch ein Grenzgewässer zu riskieren. Es ist schon fast Mitternacht, als er sich dem Spreeufer nähert. Auf dem Gelände der Osthafenmühle legt er Jacke, Hose und Schuhe ab und springt ins Wasser. Sofort werden Grenzposten, die auf der Oberbaumbrücke im Einsatz sind, auf den Flüchtling aufmerksam. Auf die Abgabe von Leuchtsignalen und Warnschüssen folgen gezielte Schüsse.
  • Probst, Werner
    Werner Probst war 25 Jahre alt, als er am späten Abend des 14. Oktober 1961 versuchte, vom Spreeufer an der Schillingbrücke aus an das West-Berliner Ufer zu schwimmen. Gegen 22.20 Uhr wurde der Flüchtende von einem Grenzsoldaten entdeckt, der mit einem Scheinwerfer die Wasseroberfläche kontrollierte. Daraufhin gab ein zweiter Grenzsoldat Warnschüsse auf den Schwimmer ab.
  • Lehmann, Lothar
    Gegen Abend nutzt Lothar Lehmann einen unbeobachteten Moment und steigt mit einer Schwimmweste ausgerüstet in den Fluss, um an das gegenüberliegenden Ufer zu schwimmen. Doch das Wasser ist um diese Jahreszeit offenbar so kalt, dass er einen Kälteschock erleidet und das Bewusstsein verliert. In diesem Zustand wird er von Grenzposten entdeckt, aus dem Wasser gezogen und in das Bezirkskrankenhaus Potsdam gebracht. Auf dem Weg dorthin verstirbt Lothar Lehmann.
  • Wohlfahrt, Dieter
    West-Berliner Polizisten, die ebenso wie Angehörige der britischen Militärpolizei bald darauf vor Ort eintreffen, wollen sich ihm nähern. Doch ihre Rettungsversuche werden von DDR-Grenzposten unter Androhung von Waffengewalt vereitelt. Von östlicher Seite wird dem Sterbenden keinerlei Hilfe zuteil. Über eine Stunde bleibt er zwischen den Stacheldrahtreihen liegen, bis er abtransportiert wird, ohne noch einmal ein Lebenszeichen von sich gegeben zu haben.
  • Krüger, Ingo
    Da er Sporttaucher ist, liegt der Gedanke nahe, mit Hilfe einer Taucherausrüstung durch eines der vielen Grenzgewässer zu flüchten. Diese Idee scheint damals viele Anhänger gehabt zu haben, denn Ost-Berliner Taucherclubs verzeichnen seit dem 13. August 1961 sprunghaft steigende Mitgliederzahlen. Seit Anfang November bereitet Ingo Krüger seine Flucht vor. Dabei wird er von Stasi-Mitarbeitern auf Schritt und Tritt verfolgt, wie Observationsberichte dokumentieren.
  • Feldhahn, Georg
    Am Sonntag, dem 11. März 1962, macht ein West-Berliner Zollbeamter während seines Streifendienstes am Teltowkanal einen grausigen Fund: An der Späthbrücke im Neuköllner Ortsteil Britz, wo das gegenüberliegenden Kanalufer die Grenze zum sowjetischen Sektor bildet, treibt die Leiche eines jungen Mannes im Wasser. Der Tote trägt die Uniform eines DDR-Grenzpolizisten und hat, wie sich herausstellt, schon wochenlang im Wasser gelegen.

 
 
 
Bundeszentrale für Politische Bildung DeutschlandRadio ZZF Potsdam