Wehage, Eckhard und Christel
Sekunden vor der Landung ruft ein überraschter Passagier, man sei wieder in Schönefeld. Als Christel und Eckhard Wehage aus dem Fenster schauen, ist ihnen klar, dass ihr Fluchtversuch gescheitert ist. Während die Maschine landet, kehrt das Paar auf seine Sitze zurück. Dann fallen zwei Schüsse. Christel und Eckhard Wehage haben sich selbst getötet.
Müller, Heinz
Mit durchschossener Hüfte bricht Heinz Müller zusammen. Vor Schmerzen laut stöhnend ruft er um Hilfe. Als die Grenzsoldaten hinzukommen, brüllt er sie an: "Ihr Schweinehunde!" Zeugen, die von ihrer in der Nähe gelegenen Ost-Berliner Wohnung aus den Vorfall beobachten, rufen den Grenzposten noch zu: "Ihr Mörder, helft ihm doch!"
Born, Willi
In den frühen Morgenstunden des 7. Juli 1970, drei Wochen vor seinem 20. Geburtstag, verlässt Willi Born zunächst unbemerkt seine Einheit. Während er sich bei Bergfelde, nördlich von Berlin, am helllichten Tag ins Grenzgebiet begibt, ist seine Abwesenheit in der Kaserne bemerkt worden.
Ehrlich, Friedhelm
Friedhelm Ehrlich soll sich plötzlich im Liegen aufgerichtet und unter der Androhung: "Los schieß, schieß doch oder ich schieße", mit einer der zunächst vorgestreckten Hände an eine Gesäßtasche gegriffen haben. "Aus dieser Geste und den erregten Bemerkungen des Ehrlich", heißt es in dem Stasi-bericht weiter, zog der Gefreite T. "die Schlussfolgerung, dass der Grenzverletzer eine Waffe mit sich führt und im Begriff ist, diese gegen ihn anzuwenden." Der Gefreite entsichert und gibt aus nächster Nähe auf den Liegenden einen Schuss ab.
Thiem, Gerald
Gerald Thiem läuft an diesem Abend erheblich alkoholisiert in die Nähe der Mauer zwischen Neukölln im Westen und Treptow im Osten. Was ihn dorthin trieb, ist ungeklärt. Er beschimpft die Grenzsoldaten und übersteigt gegen 23.15 Uhr zunächst die alte, dann die neue Sperrmauer in einem damals unübersichtlichen Grenzbereich und begibt sich in Richtung Ost-Berlin. Als ein Grenzsoldat ihn anruft und festnehmen will, flieht er durch eine Bahnunterführung weiter, aus der er direkt in das Licht der Grenzbeleuchtung und in das Schussfeld von zwei weiteren Posten gerät, die sogleich das Feuer eröffnen.
Kliem, Helmut
Die Schilder, die das Grenzgebiet markieren, hat Helmut Kliem übersehen. Etwa zehn Meter vor dem Tor kommt er zum Stehen. Hinter dem Tor sieht er einen Grenzsoldaten, dahinter steht ein Wachturm, der mit zwei Posten besetzt ist. Er hat sich offenbar verfahren, wendet das Motorrad, will zurück. Vielleicht nimmt er die Rufe des Grenzsoldaten nicht sonderlich ernst, der die Kradfahrer auffordert, stehen zu bleiben, vielleicht gehen sie auch im Motorengeräusch unter, ebenso wie möglicherweise ein Warnschuss.
Friese, Christian Peter
Christian Peter Friese sitzt am Abend des 24. Dezember 1970 im Zug nach Ost-Berlin. In einer grenznahen Treptower Kleingartenkolonie versteckt er sich und beobachtet die Grenze. Gegen Mitternacht übersteigt er unbemerkt den Hinterlandzaun. Als er den Signalzaun durchkriecht und die dahinter ausgelegten Stolperdrähte überspringt, löst er Alarm aus.