Räwel, Hans
Es ist ein ausgesprochen kalter Neujahrsmorgen mit Lufttemperaturen unter minus zehn Grad, als Hans Räwel in der Nähe der Oberbaumbrücke in das eiskalte Wasser der Spree steigt, um an das gegenüberliegende West-Berliner Ufer zu gelangen. Für einen guten Schwimmer wie ihn ist das durchaus kein aussichtsloses Unterfangen. Immer wieder schaffen es Flüchtlinge, die Spree zwischen den Stadtbezirken Friedrichshain und Kreuzberg unbemerkt zu durchqueren.
Kutscher, Horst
Gegen 00.10 Uhr sind sie nur noch ca. 25 Meter von der Grenze zu West-Berlin entfernt. Plötzlich fallen zwei Schüsse. Horst Kutscher und Joachim F. werfen sich Schutz suchend auf die Erde. Während Joachim F. festgenommen wird, ziehen die Grenzposten den von einer Kugel getroffenen Horst Kutscher in den Laufgraben und transportieren ihn mit einem LKW zum Stützpunkt, wo ein Sanitäter seinen Tod feststellt.
Kreitlow, Peter
In der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 1963 machen sich fünf Jugendliche in Hennigsdorf auf den Weg, die Grenzanlagen nach West-Berlin zu überwinden. Den Entschluss, die DDR zu verlassen, haben sie spontan gefasst, als sie sich an diesem Abend eher zufällig in einem Jugendklub begegnen.
Muszynski, Wolf-Olaf
Am Morgen des 1. April 1963 finden Anwohner am West-Berliner Spreeufer unweit der Oberbaumbrücke die Leiche von Wolf-Olaf Muszynski. Alles spricht dafür, dass er bei einem Fluchtversuch, von DDR-Grenzposten unbemerkt, ertrunken ist.
Mädler, Peter
Peter Mädler ist nur noch ungefähr zehn Meter von der Grenze entfernt. Einer der Posten fordert ihn auf, aus dem Wasser zu kommen. Peter Mädler ruft den beiden Grenzern zu: "Nicht schießen!" und schwimmt weiter Richtung West-Berlin. Ohne zuvor einen Warnschuss abzugeben, feuert der Posten 30 Schüsse in seine Richtung ab.
Widera, Siegfried, im Dienst getöteter Grenzsoldat
Bevor sie begreifen, was ihnen geschieht, werden Siegfried Widera und sein Posten mit Fäusten und einer Eisenstange niedergeschlagen. Dann überwinden die Flüchtlinge die Absperrungen an der Massantebrücke und erreichen, obwohl der Posten T. hinter ihnen her schießt, unverletzt das gegenüberliegende West-Berliner Ufer.
Schröter, Klaus
Klaus Schröter hat seine Flucht lange und sorgfältig vorbereitet. Sein Weg soll unter Wasser durch die Spree führen. Nach und nach stellt er sich die dafür erforderliche Ausrüstung zusammen. Er verkauft seinen Fernseher, um sich ein Atemgerät anzuschaffen, lässt sich Pressluftflaschen in die Wohnung liefern und näht sich einen Taucheranzug, den er mit Bleigewichten beschwert.
Schulz, Dietmar
Am Abend des 25. November 1963 finden DDR-Grenzsoldaten auf dem S-Bahngelände nördlich des Bahnhofs Bornholmer Straße einen schwer verletzten jungen Mann. Es ist der 24-jährige Dietmar Schulz, der nicht weit entfernt im Ost-Berliner Bezirk Pankow wohnt.
Berger, Dieter
Dieter Berger aus Glienicke im Kreis Oranienburg ist 24 Jahre alt, als er im Dezember 1963 nicht weit von seiner Arbeitsstelle entfernt ins Ost-Berliner Grenzgebiet gerät. Weder Archivdokumente noch Zeitzeugenberichte geben endgültig Aufschluss darüber, aus welchem Grund das geschah. Während er Grenztruppen- und Stasi-Akten zufolge versucht haben soll, die Grenzanlagen zu überwinden, vermuten seine Angehörigen, dass er nach Alkoholgenuss orientierungslos umher geirrt und versehentlich ins Grenzgebiet gelangt sei.
Schultz, Paul
Paul Schultz wird am ersten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1963 an der Berliner Mauer erschossen. Mit seinem Freund Hartmut D. will der 18-Jährige aus dem mecklenburgischen Neubrandenburg an diesem Tag die Grenze zwischen den Stadtbezirken Mitte und Kreuzberg überwinden.