Chronik

21. August 1961

Nach der Zumauerung der Eingänge, Keller- und Wohnungsfenster von unmittelbar an West-Berlin grenzenden Häusern beginnen erste Zwangsräumungen von Wohnungen. Die Hausbewohner werden gezwungen, ihr Mobiliar zu packen und auf Möbelwagen zu verladen.

Aus den Meldungen der West-Berliner Polizei: "Am 21.8.1961, gegen 13.00 Uhr, besetzten vier britische Panzer mit je einem Zug Infanterie die Zonengrenze bei Staaken zwischen den Stützpunkten B 4 und B 6 in einer Entfernung zwischen 60 und 500 Metern von der Grenze. Diese Maßnahme erfolgte, weil in der SBZ Grenzbefestigungen unter dem Schutz von fünf Panzerspähwagen durchgeführt wurden.

Die Grenzbefestigungsarbeiten wurden gegen 19.50 Uhr eingestellt, wonach sich die Panzerspähwagen in Richtung Falkensee zurückzogen. Die britischen Sicherungskräfte verblieben am Ort. - Am 21.8.1961, gegen 14.00 Uhr, versuchten zwei etwa 12- und 13-jährige Knaben den Spandauer Schifffahrtskanal zu durchschwimmen. Beide wurden durch VOPO festgenommen und mit unbekanntem Ziel abtransportiert.Im Verlaufe des 21.8.1961 wurden durch VOPO, Grepo und Seepolizei sämtliche privaten Wasserfahrzeuge von Bootshäusern und Ufergrundstücken zwischen Griebnitzsee, Glienicker Lake, Jungfernsee, Sakrow und Brüningslinden entfernt und in Richtung Potsdam abgeschleppt.

Am 21.8.1961, gegen 9.30 Uhr, gab ein Angehöriger der Betriebskampfgruppen in Neukölln, Harzer Str./Mengerzeile, einen Karabinerschuss auf einen etwa 50jährigen weiblichen Flüchtling ab. Der Schuss ging fehl. Der Flüchtling erreichte Westberliner Gebiet und begab sich zum Flüchtlingslager Marienfelde. Vier Angehörige der VOPO meldeten sich als Flüchtlinge in Westberlin."