Chronik

4. Juni 1961

Der amerikanische Präsident John F. Kennedy und der sowjetische Parteiführer Nikita Chruschtschow kommen in Wien zu einem Gipfeltreffen zusammen. Chruschtschow hält nach dem amerikanischen Desaster in der Schweinebucht vom April 1961 den Zeitpunkt für günstig, die Vereinigten Staaten auch in Europa unter Druck zu setzen. Er wiederholt sein Berlin-Ultimatum von 1958 und kündigt an, dass die Sowjetunion nunmehr fest entschlossen sei, bis zum Jahresende 1961 einen separaten Friedensvertrag mit der DDR abzuschließen, falls die Vereinigten Staaten nicht ihrerseits einen solchen Vertrag unterzeichneten. Der Westen müsse in diesem Fall über die Benutzung der Verbindungswege nach Berlin mit der dann dafür zuständigen DDR-Regierung verhandeln. "Wir wollen keinen Krieg, wenn Sie ihn uns aber aufzwingen sollten, wird es einen geben," fordert Chruschtschow Kennedy heraus. Kennedys Antwort: "Ja, es scheint einen kalten Winter zu geben in diesem Jahr."

Zutiefst besorgt über die Absichten Chruschtschows, stellt Kennedy seinem Stab nach seiner Rückkehr nach Washington die Aufgabe, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie die USA auf eine neue Blockade und einen Zugriff der Sowjets auf West-Berlin reagieren könnten.