9. Flucht aus der DDR nach dem Mauerbau (1961-1989)
Zwischen Mauerbau und Mauerfall gelingt 5.075 DDR-Bürgern in und um Berlin auf zum Teil abenteuerlichen Wegen und unter Lebensgefahr die Flucht durch die Sperranlagen in den Westteil der Stadt. Die Anzahl der gescheiterten Fluchten ist bis heute nicht bekannt. Viele Flüchtlinge werden verletzt, manche schwer. Mehr als 130 Menschen werden allein in Berlin von Grenzsoldaten erschossen oder verunglücken tödlich.
Zu den aufwändigsten und mühevollsten Fluchtwegen gehören Tunnelbauten. Bis heute sind etwa 40 Tunnelgrabungen bekannt. Der erste erfolgreiche Tunnel wird im September 1961 gebaut, der letzte vergebliche Versuch Ende 1981 unternommen. Die meisten Tunnel werden von westlichen Fluchthelfern ausgehoben, die ihre Angehörigen, Freunde und Bekannten zu sich holen wollen, doch auch Ostdeutsche graben sich selbst den Weg in den Westen.
Mehreren hundert Menschen gelingt die unterirdische Flucht – doch ebenso viele Fluchtwillige und Fluchthelfer werden verhaftet und in der Regel zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, weil der Fluchtweg verraten oder entdeckt wurde.



