Brandes, Dieter
Bei seinem Fluchtversuch löst der 18-Jährige gegen 21.00 Uhr im Einsatzbereich des Grenzregiments 33 ein Signalgerät aus. Dadurch wird ein Unteroffizier der DDR-Grenztruppen, der die im betreffenden Postenbereich eingesetzten Grenzsoldaten kontrolliert, aufmerksam. Als der Jugendliche trotz Aufforderung und Warnschuss nicht stehen bleibt, eröffnet der Unteroffizier das Feuer. Wenige Meter vom letzten Hindernis entfernt bricht Dieter Brandes zusammen.
Block, Willi
Vor Willi Block schlagen Schüsse in den Boden, doch er lässt sich nicht beirren und versucht, unter den drei Stacheldrahtrollen hindurch zu kriechen, die ihn von West-Berliner Gebiet trennen. Dabei verfängt sich seine Kleidung in der zweiten Rolle; bewegungs- und handlungsunfähig bleibt er unter dem Stacheldraht auf dem Bauch liegen.
Schleusener, Lothar
Im November 1997 spricht das Landgericht Berlin einen ehemaligen Grenzsoldaten des Totschlags an Jörg Hartmann und Lothar Schleusener schuldig und verurteilt ihn zu einer Bewährungsstrafe von 20 Monaten. Insgesamt 40 Schüsse gab der Grenzsoldat ab. Als er nach der Einstellung des Feuers vom Turm herunter gekommen sei und gesehen habe, dass es Kinder waren, sei er "völlig fertig" gewesen und habe sofort gewusst, dass es falsch war, blindwütig drauflos zu schießen, sagt er im Nachhinein.
Hartmann, Jörg
In der DDR wird das wahre Geschehen verschleiert, weil die militärisch und politisch Verantwortlichen nicht zugeben wollen, dass an der Mauer auf Kinder geschossen worden ist. Den Angehörigen wird vorgegaukelt, Jörg Hartmann und Lothar Schleusener seien tödlich verunglückt.
Marzahn, Willi
Es entwickelt sich ein Feuergefecht zwischen den Flüchtenden und den Grenzern. Eberhard M. gelingt es, eine Panzersperre zu überklettern und durch die letzten Stacheldrahtsperren hindurch West-Berliner Gebiet zu erreichen. Willi Marzahn dagegen wird vor einer Panzersperrwand aufgefunden, mit einem Kopfschuss.
Schulz, Eberhard
Plötzlich schießen Leuchtraketen in die Luft. In panischer Angst ducken sich die Männer ins Gras: Dieter K. grenzseitig des ersten Zaunes, Eberhard Schulz noch davor; offenbar hat er den Mut verloren und ist seinem Freund nicht durch den Zaun gefolgt. Beide wagen es nun nicht mehr, sich zu rühren; erst als drei Grenzposten vor ihnen stehen und Dieter K. auffordern, mit erhobenen Händen aufzustehen, steht er auf. Auch Eberhard Schulz fühlt sich angesprochen und erhebt sich.
Kollender, Michael
Gegen 3.45 Uhr wird vom Postenturm an der Wredebrücke plötzlich das Leuchtsignal "5 Stern weiß" geschossen. Im Schein des Leuchtsignals sehen sie den Schatten eines Flüchtenden. Einer der Grenzsoldaten meint, die Sommeruniform der NVA, einen Drillichanzug, zu erkennen; einen Moment später bemerkt er eine Waffe in der Hand des Flüchtenden.
Stretz, Paul
In der Kanalwand sind Stufen eingelassen, die steigt er hinab, plätschert im Wasser. Kollegen, die von oben zusehen, warnen ihn: Das Gewässer gehört zum Ostteil der Stadt, hier zu baden ist lebensgefährlich. Paul Stretz macht sich nichts daraus. Er legt seine Kleidung ab und schwimmt ein paar Meter hinaus, bis zur Kanalmitte. Auch dass ein Zollbeamter versucht, ihn zurückzurufen, kann ihm die Badelaune nicht verderben. Sein letzter Satz: "Ach was, die Heckenschützen, das Wasser ist so schön warm!", ist von mehreren Zeugen überliefert.
Wroblewski, Eduard
Drei völlig unterschiedliche Welten treffen aufeinander, als an einem Sommerabend im Juli 1966 im Süden von Berlin ein Fluchtversuch im Kugelhagel tödlich endet: Eduard Wroblewski, 33 Jahre alt, Familienvater aus der Nähe der Lutherstadt Wittenberg, sucht von Sorgen und Nöten geplagt einen Weg, der DDR zu entfliehen. Fünf Grenzsoldaten im Alter von 18 bis 22 Jahren eröffnen mit ihren Maschinenpistolen das Feuer, um seinen Fluchtversuch zu verhindern.
Schmidt, Heinz
Von fünf Schüssen getroffen, gelingt es Heinz Schmidt noch, das westliche Ufer zu erreichen. Dort wird er gegen 13.45 Uhr von der Feuerwehr geborgen und in das Rudolf-Virchow-Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen können. Eine Kugel hat seine Halswirbelsäule zertrümmert.
Senk, Andreas
Der 13. September 1966 ist ein diesiger Spätsommertag. Am Vormittag zwischen 10.00 und 12.00 Uhr wird der sechsjährige Andreas Senk am Kreuzberger Gröbenufer in die Spree gestoßen – von einem gleichaltrigen Spielgefährten, der erschrocken über seine Tat davonläuft.
Kube, Karl-Heinz
"Ihr Sohn hat sich provokatorisch an einem Grenzdurchbruch beteiligt, wurde dabei verletzt und ist seinen Verletzungen erlegen." Wie ein Schlag treffen Helmut und Martha Kube diese Worte kurz vor dem Weihnachtsfest 1966. Sie fallen auf dem Volkspolizeirevier in Kleinmachnow.