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  • Unbekannter Flüchtling
    Es ist etwa 17.30 Uhr, als am 19. Januar 1965 zwei Angestellte einer Firma im West-Berliner Stadtbezirk Kreuzberg, die unmittelbar an der Spree liegt, Hilferufe hören. Sie gehen den Geräuschen nach und sehen einen etwa 30 Jahre alten Mann durch den eiskalten Fluss auf das Ufer zuschwimmen. Da die Spree an dieser Stelle in ihrer ganzen Breite zu Ost-Berlin gehört, haben sie keinen Zweifel, dass es sich um einen Flüchtling handelt.
  • Buttkus, Christian
    Das Postenpaar gibt Warnschüsse ab, die Grenzsoldaten der Kontrollstreife schießen gezielt auf die Flüchtlinge. Noch bevor es dem Flüchtlingspaar gelingt, mit Hilfe der Drahtscheren den Zaun zu überwinden, wird Christian Buttkus von 25 Schüssen auf der rechten Brustseite getroffen. Er stirbt unmittelbar an den dabei erlittenen inneren Verletzungen.
  • Krzemien, Ulrich
    Am 25. März 1965 schwimmt eine unbekannte Person gegen 21.30 Uhr zwischen den Stadtbezirken Kreuzberg und Friedrichshain vom Westufer aus durch die Spree. Zwanzig Meter vor dem Ost-Berliner Ufer, nahe der Papiermühle des Osthafens, bittet der Mann – "vermutlich in angetrunkenem Zustand", wie es in einem Grenztruppen-Bericht heißt – einen Grenzposten um Hilfe. Offenbar verlassen ihn die Kräfte.
  • Hauptmann, Peter
    Der Posten warnt noch einmal, der wütende Ex-Volkspolizist nimmt auch die zweite Hand zu Hilfe, es entsteht ein Gerangel und Gezerre um die Waffe, das der Posten schließlich beendet, indem er – nach einem Warnschuss, wie er später behauptet – gezielt auf den nur ein paar Schritte Entfernten schießt. Zwei kurze Feuerstöße. Nun lässt er los. Peter Hauptmann wankt zurück, bricht schwer verletzt zusammen.
  • Döbler, Hermann
    Der West-Berliner Geschäftsmann Hermann Döbler wird am frühen Nachmittag des 15. Juni 1965 von einem DDR-Grenzsoldaten erschossen, weil er mit seinem Motorboot auf dem Teltowkanal über die unsichtbare Grenzlinie gerät.
  • Kratzel, Klaus
    Am 8. August 1965 wird der 25-Jährige gegen 23.30 Uhr nördlich des stillgelegten Bahnhofs Bornholmer Straße in einem S-Bahntunnel tot aufgefunden. Durch den im Grenzgebiet gelegenen Tunnel fahren in regelmäßigen Abständen S-Bahnzüge, die zwischen den Bahnhöfen Schönhauser Allee und Pankow verkehren. Alles deutet darauf hin, dass Klaus Kratzel, der sich zuvor reichlich Mut angetrunken hat, beim Versuch, über das Schienengelände in den West-Berliner Bezirk Wedding zu gelangen, von einem Zug erfasst worden ist.
  • Garten, Klaus
    Gegen 21.00 Uhr beobachtet ein Grenzposten den 24-Jährigen dabei, wie er in Teltow-Seehof den Maschendrahtzaun eines Grundstücks in der Paul-Gerhard-Straße übersteigt, das in unmittelbarer Nähe der Grenze liegt. Der Grenzstreifen ist hier nur 20 Meter breit. Bevor der Flüchtling in Richtung West-Berlin laufen kann, eröffnet ein Posten aus ca. 200 Meter Entfernung das Feuer: Drei Schuss lösen sich aus dem Maschinengewehr – der Flüchtende fällt vom Zaun.
  • Kittel, Walter
    Die Posten schießen eine Signalkugel ab und fordern die Flüchtlinge auf, mit erhobenen Händen an den Kolonnenweg heranzutreten. Walter Kittel und Eberhardt K. ist klar, dass ihre Flucht gescheitert ist. Sie gehen wie gefordert zum Kolonnenweg, wo es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen ihnen und den Posten kommt, in deren Verlauf einer der Grenzsoldaten drei gezielte Schüsse in Richtung der Füße der gestellten Flüchtlinge abgibt.
  • Cyrus, Heinz
    Heinz Cyrus bewegt sich in der Nähe des Nordbahnhofs kriechend auf die Sperranlagen zu. Ein Wachhund wittert den Flüchtling und schlägt an. Sofort meldet ein Grenzpostenpaar den Vorfall; Volkspolizisten werden hinzugezogen und riegeln das Hinterland ab. Als der Flüchtende sich – angeblich auf Anruf – nicht stellen will, eröffnen die Grenzer von drei Seiten das Feuer.
  • Sokolowski, Heinz
    Heinz Sokolowski ist 47 Jahre alt, als er in den frühen Morgenstunden des 25. November 1965 beim Versuch, von Ost- nach West-Berlin zu flüchten, von einem DDR-Grenzsoldaten erschossen wird. West-Berliner Polizisten hören die Schüsse und beobachten den Abtransport des schwer verletzten Flüchtlings.
  • Kühn, Erich
    Es ist schon dunkel, als Erich Kühn am Abend des 26. November 1965 versucht, an der Kiefholzstraße im Ost-Berliner Stadtbezirk Treptow nach West-Berlin zu flüchten. Das unübersichtliche Gelände an den stillgelegten Gleisen, die zwischen den Bahnhöfen Treptower Park und Sonnenallee über die Kiefholzstraße führen, ist weiträumig abgesperrt. Auf der Brücke sind zwei Grenzsoldaten postiert.
  • Schöneberger, Heinz
    Am 1. Weihnachtsfeiertag 1965 reisen die Brüder Schöneberger gegen 7.00 Uhr in einem Ford Taunus 17 M nach Ost-Berlin ein, um ihre Frauen in den Westen zu holen. Dieses Auto hat nicht nur hinten, sondern auch vorn eine durchgehende Sitzbank. Monika P. soll sich in der hinteren Rückenlehne und Christel R. unter der vorderen Bank verbergen, so der Plan. Und für den Fall, dass sie an der Grenze entdeckt werden sollten, verabreden sie, notfalls mit Vollgas durchzubrechen.
 
 
 
Bundeszentrale für Politische Bildung DeutschlandRadio ZZF Potsdam