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  • Vermerk über ein Gespräch zwischen Egon Krenz und Hans Otto Bräutigam in Ost-Berlin, 13. April 1988
    Der Leiter der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR, Bräutigam, spricht gegenüber Egon Krenz die "Entwicklung des Reiseverkehrs" an. Es dürfe aus Sicht der Bundesregierung keinen "auffälligen Rückschlag" in dieser Sache geben. Egon Krenz widerspricht - erwartungsgemäß.
  • Information von Egon Krenz an SED-Generalsekretär Erich Honecker über den "gegenwärtigen Stand bei Übersiedlungsersuchen“, 14. April 1988
    Ende 1987 liegen den DDR-Behörden 112.000 Ausreise-Anträge vor. Der Druck der Antragsteller und ihre Bereitschaft zu organisiertem und offenem Protest steigt. Eine Analyse, die ZK-Sicherheitssekretär Egon Krenz an Erich Honecker weiterleitet.
  • Die Schürer/Mittag-Kontroverse im SED-Politbüro, 4. Mai 1988
    Wenn es nach dem Vorsitzenden der Staatlichen Plankommission Gerhard Schürer ginge, wären die Einschnitte in die DDR-Wirtschaftspolitik radikal. Keine Gelder mehr für die Mikroelektronik, keine zusätzlichen Mittel für die bewaffneten Organe um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden.
  • Vermerk von Alexander Schalck-Golodkowski über ein Gespräch mit Wolfgang Schäuble, 5. Mai 1988
    Schalck-Golodkwoski und Schäuble verhandeln über die Transitpauschale für die Jahre 90 bis 99. Außerdem "wird festgelegt daß die DDR sich weiterhin großzügig verhält" in der Frage des Reiseverkehrs zwischen Ost und West.
  • Vermerk über ein Gespräch von ZK-Sekretär Hermann Axen mit dem sowjetischen Botschafter in der DDR, Wjatscheslaw Kotschemassow, 9. Juni 1988
    Aufregung im Zentralkomitee: Nachdem "Die Welt" ein Interview mit einem sowjetischen Außenpolitik-Experten gedruckt hatte, der die Mauer als "Überreste und Überlieferungen des Kalten Krieges" tituliert hatte, verlangt Axen von Moskau eine Richtigstellung.
  • "Die Mauer wird verschwinden müssen. Sowjetischer Außenexperte Daschitschew verblüfft Bonn“, Die Welt, 9. Juni 1988
    Die westdeutsche Tageszeitung "Die Welt" veröffentlicht Äußerungen des sowjetischen Außenpolitik-Experten Wjatscheslaw Daschitschew. Dieser habe vor deutschen Journalisten in der sowjetischen Botschaft in Bonn Mauer und Stacheldraht an den Grenzen der DDR als "Überreste und Überlieferungen des Kalten Krieges", die "mit der Zeit verschwinden müssten", bezeichnet.
  • Aktennotiz über ein Gespräch Erich Honeckers mit dem Leiter der 3. Europa-Abteilung des sowjetischen Außenministeriums, Alexander Bondarenko, 30. Oktober 1988
    Kohl zu Gast bei Gorbatschow, im DDR-Politbüro sorgt das für Unmut. Nachdem ihm ausführlich Bericht über Treffen erstattet wird, ist Honecker beruhigt. Er gehe davon aus, dass Gorbatschow weiterhin mit "prinzipienfester Position und flexibler Taktik" gegenüber der BRD auftreten werde.
  • Schreiben von Egon Krenz an Erich Honecker mit dem Vorschlag, das politische Strafrecht zu verschärfen, 2. November 1988
    "Natürlich müssen wir in Betracht ziehen, daß westliche Medien diese Strafrechtserneuerungen böswillig gegen uns kommentieren werden", erläutert Krenz seine Vorschläge und bittet den Genossen Honecker um eine Entscheidung.
  • "Sputnik"-Verbot, Neues Deutschland, 20./21. November 1988
    Die in der DDR erscheinende sowjetische Zeitschrift "Sputnik" wird von der Liste des Postzeitungsvertriebes in der DDR gestrichen. Damit wird erstmals in der DDR eine sowjetische Zeitschrift verboten.
 
 
 
Bundeszentrale für Politische Bildung DeutschlandRadio ZZF Potsdam