Chronik

Chronik 1961

Überblick

In der Nacht vom 12. auf den 13. August gab Walter Ulbricht als SED-Parteiführer und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR den Befehl zur Abriegelung der Sektorengrenze in Berlin. Im Einverständnis mit der Sowjetunion, wenige Tage zuvor in Moskau eingeholt, und mit Rückendeckung der sowjetischen Truppen in der DDR wird das letzte „Schlupfloch" versperrt, durch das der Parteidiktatur noch zu entkommen ist: Am frühen Morgen des 13. August beginnen bewaffnete Grenzpolizisten mitten in Berlin das Straßenpflaster aufzureißen. Mehr
  • Januar 
  • Februar

     
    • 10. Februar

      1961

      Die Führungen der Nationalen Volksarmee der DDR und der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in der DDR beschließen, einen neuen Plan für gemeinsame militärische Aktionen auszuarbeiten. Parallel zu den Militärs befassen sich besondere Arbeitsgruppen im SED-Parteiapparat und im DDR-Verkehrsministerium mit Planungen zur Unterbindung des Flüchtlingsstroms.
    • 12. Februar

      1961

      Führenden Repräsentanten der Evangelischen Kirche der Bundesrepublik und West-Berlins wird die Einreise nach Ost-Berlin zur Teilnahme am Eröffnungsgottesdienst der Evangelischen Synode in der Marienkirche verweigert. Die westlichen Stadtkommandanten und die Bundesregierung legen dagegen Protest ein.
    • 13. Februar

      1961

      Auf den Titelseiten der DDR-Presse wird gemeldet, dass die Sowjetunion am Tag zuvor erfolgreich eine Raumsonde zur Venus gestartet habe und damit erneut die Überlegenheit der sowjetischen Wissenschaft bewiesen worden sei.
    • 17. Februar

      1961

      DDR-Flüchtlinge Ende der 1950er Jahre im Notaufnahmelager Marienfelde (West-Berlin); Aufnahme Juli 1958
      Im Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung werden Zahlen über die Fluchtbewegung aus der SBZ/DDR veröffentlicht. Danach wurden in der Zeit vom September 1949 bis Ende 1960 in der Bundesrepublik und in West-Berlin 2.531.540 Flüchtlinge registriert. Die Zahl der Flüchtlinge von 1945 bis 1949 wird auf 438.760 geschätzt, so dass die Gesamtzahl der Flüchtlinge von 1945 bis 1960 bei 2.970.300 liegt.
    • 17. Februar

      1961

      In einem Aide-Mémoire an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland wiederholt die sowjetische Regierung ihre Forderung nach Abschluss eines Friedensvertrages mit Deutschland. Sowjetisches Ziel sei es, „die nach dem Kriege in Europa entstandene Lage zu fixieren, die Unantastbarkeit der nach dem Krieg festgelegten Grenzen rechtlich zu verankern und die Lage in Westberlin auf Grund einer vernünftigen Berücksichtigung der Interessen aller Seiten zu normalisieren". Mehr
    • 28. Februar

      1961

      Bruno Leuschner, Vorsitzender der Staatlichen Planungkommision der DDR, vertritt die DDR auf der 14. Tagung des RGW in Ost-Berlin; Aufnahme 3. März 1961
      In Ost-Berlin findet die 14. Tagung des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) der Ostblock-Staaten statt. SED-Chef Ulbricht betont bei einem Empfang, dass sich die DDR „unter sehr komplizierten wirtschaftlichen Bedingungen bei offener Grenze" behaupten müsse. Die DDR benötige für die „Störfreimachung" der Wirtschaft, das heißt ihre Unabhängigkeit von westlichen Lieferungen, uneingeschränkte Unterstützung der sozialistischen Länder, insbesondere der Sowjetunion. Ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Lage der DDR erklärt Ulbricht, dass die DDR zu den zehn führenden Industrienationen der Welt gehöre. Mehr
    • Februar 1961

      Im Februar 1961 flüchten 13.576 Menschen aus der DDR. Davon sind 49,5 Prozent Jugendliche unter 25 Jahren.
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