Chronik
11. August 1961
In der Zeit vom 11. August 1961, 8.00 Uhr, bis 12. August 1961, 8.00 Uhr, werden im Flüchtlingslager Berlin-Marienfelde 1.532 Flüchtlinge registriert.
Sitzung der DDR-Volkskammer: Der stellvertretende Vorsitzende des Ministerrates, Willi Stoph, erklärt, der Ministerrat erachte "es für notwendig, auch weiterhin zur Sicherung der staatlichen Ordnung und zur Gewährleistung des planmäßigen sozialistischen Aufbaus sowie des Schutzes der friedlichen Arbeit und des Lebens unserer Bürger in der DDR und besonders in ihrer Hauptstadt geeignete Maßnahmen gegen Menschenhandel, Abwerbung und Sabotage zu treffen."
Die Volkskammer bestätigt in einer Entschließung die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur "Unterbindung der von Westdeutschland und Westberlin aus organisierten Kopfjägerei und des Menschenhandels". Sie erteilt dem Ministerrat die General-Ermächtigung, "alle Maßnahmen vorzubereiten und durchzuführen, die sich aufgrund der Festlegungen der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages und dieses Beschlusses als notwendig erweisen."
Um 18.00 Uhr informiert der Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, den erweiterten Führungskreis des MfS auf einer Dienstbesprechung über die bevorstehende Maßnahme. Sie erhält den Decknamen "Aktion Rose". Mielkes Forderungen: "Kein Feind darf aktiv werden, keine Zusammenballung darf zugelassen werden. (...) Wer mit feindlichen Losungen auftritt, ist festzunehmen. Feinde sind streng und in der jetzigen Zeit schärfer anzupacken."


