Chronik
18. Juni 1961
Washington: Die Ständige Viermächte-Arbeitsgruppe für die Deutschlandfrage in Washington, in der die USA, Großbritannien, Frankreich und die Bundesrepublik vertreten sind, tritt im amerikanischen Außenministerium zu einer ihrer geheimen Beratungen zusammen. Die Sitzung ist von Presseberichten überschattet, wonach insbesondere zwischen den USA und Großbritannien erhebliche Differenzen in der Berlin-Frage bestünden.
Moskau: In der sowjetischen Hauptstadt ist in den von der Partei gesteuerten Medien eine breit angelegte Aktion von Zustimmungserklärungen zu den von Ministerpräsident Chruschtschow in seiner Rundfunk- und Fernsehansprache vom 15. Juni entwickelten außenpolitischen Gedanken angelaufen. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, wird Chruschtschow in zahlreichen Leserzuschriften, Grußbotschaften und Belegschaftsresolutionen als "unermüdlicher Friedenskämpfer", "treuer Leninist" und "wahrer Völkerfreund" gefeiert. Da solche Akklamationsbezeugungen jede bedeutsame außenpolitische Aktion begleiteten, mutmaßt der Korrespondent, dass die Sowjetunion am Vorabend wichtiger Beschlüsse in der Deutschland- und Berlin-Frage stehe.


