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  • Niederschrift eines Gespräches des Genossen N. S. Chruschtschow mit dem Genossen Walter Ulbricht, 1. August 1961
  • Tätigkeitsbericht der West-Berliner Schutzpolizei für den Monat August 1961
  • Bericht des DDR-Bereitschaftspolizisten Conrad Schumann über seine Flucht nach West-Berlin am 15. August 1961, 16. August 1961
  • Rundfunk- und Fernsehansprache des Vorsitzenden des Ministerrates der UdSSR, Nikita Chruschtschow, 7. August 1961
    In einer Rundfunk- und Fernsehansprache reagiert Nikita Chruschtschow in einer "Feuer- und Schwertrede" auf die Ansprache John F. Kennedys vom 25. Juli 1961.
  • Protokoll Nr. 39/61 der außerordentlichen Sitzung des Politbüros des Zentralkomitees der SED am Montag, 7.August 1961
    "Der Beginn der vorgesehenen Maßnahmen zur Kontrolle erfolgt in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag aufgrund eines Beschlusses des Ministerrates." Das Zentralkomitee legt den Zeitpunkt der Grenzschließung fest.
  • Pressekonferenz des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, John F. Kennedy in Washington, D.C., 10. August 1961
    Zwar bereite ihm der Strom der Flüchtlinge von Ost nach West Sorge, aber Kennedy sieht darin auch ein "eindeutiges Zeugnis für die Werte des Lebens in Freiheit".
  • Protokoll über die Dienstbesprechung (im Ministerium für Staatssicherheit), 11. August 1961
    "Heute treten wir in einen neuen Abschnitt der tschekistischen Arbeit ein." Jeder einzelne Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit sei gefordert, bei der Aktion "Rose".
  • Präsidium der Volkspolizei Berlin - Kalenderplan der Maßnahmen, 12. August 1961
    Um 1.30 Uhr wird für alle Dienststellen der Ost-Berliner Volkspolizei Gefechtsalarm Stufe II ausgelöst. Die 1. Brigade Bereitschaftspolizei und das Sicherungskommando Berlin, zusammen mehr als 10.000 Mann, bilden die erste Sicherungsstaffel.
  • Ministerium für Nationale Verteidigung - Aufstellung der Kontrollgruppen für die Verlegung und Rekognoszierung, 12. August 1961
  • Ministerium für Nationale Verteidigung - Maßnahmen der erhöhten Gefechtsbereitschaft, 12.August 1961
    Das Militär der DDR wird in erhöhte Gefechtsbereitschaft versetzt, eine Urlaubs und Ausgangssperre verhängt.
  • TELEGRAM from the Department of State to the Embassy in Germany, 12. August 1961
    Das Außenministerium der USA schreibt an seine Botschaft in Deutschland und warnt vor einer ähnlichen Entwicklung wie bei dem Aufstand im Juni 1953.
  • Ministerium für Nationale Verteidigung - Kalenderplan der Maßnahmen, 12. August 1961
    Um 0.00 Uhr wird für die gesamte Nationale Volksarmee der Befehl "Erhöhte Gefechtsbereitschaft" erteilt. 3.150 NVA-Soldaten der 8. Motorisierten Schützendivision in Schwerin setzen sich mit 100 Kampfpanzern und 120 Schützenpanzerwagen in Richtung Stadtmitte in Bewegung.
  • Präsidium der Volkspolizei Berlin - Kalenderplan der Maßnahmen, 12. August 1961
    Die Volkspolizei Berlin erhält den Befehl, mit Ausnahme von 13 Kontrollpunkten für den Personen- und Kraftfahrzeugverkehr alle Sektorenübergänge zu sperren und Stacheldrahtverhaue entlang der Grenze zu ziehen.
  • Befehl des Ministers des Innern, Karl Maron, zu den Aufgaben des Präsidiums der Volkspolizei Berlin zur verstärkten Sicherung der Grenze in Berlin, 12. August 1961
    Mit der "X-Zeit" beginnt die Abriegelung West-Berlins. In zwei Linien sollen sich nach dem Befehl des DDR-Innenministers die Polizisten aufstellen, besondere Vorkommnisse seien sofort zu melden.
  • Befehl des Ministers für Nationale Verteidigung Nr. 01/61 Strausberg, 12. August 1961
    Die DDR verstärkt ihre Truppen in und um Berlin, "zur Unterbindung der verbrecherischen Tätigkeit der westdeutschen und Westberliner Militaristen und Revanchisten, des organisierten Menschenhandels mit den Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik und der Agenten- und Spionagetätigkeit."
  • Rede von Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer auf einer CDU-Wahlkampfkundgebung in Lübeck, 12. August 1961
    Angesichts der Fluchtwelle aus der DDR warnt Adenauer in Lübeck vor einer Panikstimmung und spielt die Krise, auch die Uneinigkeit des Westens, herunter.
  • Rede des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, auf dem Kongreß anläßlich des Deutschlandtreffens der SPD, 12. August 1961
    Düstere Andeutungen in der Rede Willy Brandts: "Weil die Menschen in der Zone Angst haben, dass die Maschen des Eisernen Vorhangs zuzementiert werden. Weil sie fürchten, in einem gigantischen Gefängnis eingeschlossen zu werden."
  • Erklärung von Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer, 13. August 1961
    Auch wenn die DDR ihre Grenzen abriegelt, "Die Bundesregierung hält an dem Ziel der deutschen Einheit in Freiheit unverrückbar fest.", so Bundeskanzler Adenauer in einer ersten Reaktion.
  • Stab PdVP Berlin - Journal der Handlung, 13. August 1961
    in 110 Einträgen dokumentiert die Volkspolizei den Bau der Berliner Mauer; den Widerstand, die Wut und die Verzweiflung der Menschen vor allem im Ostteil der Stadt und verzeichnet die Proteste ("Provokationen") im Westteil.
  • Erklärung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, auf einer Sondersitzung des Abgeordnetenhauses, 13. August 1961
    "Der Senat von Berlin erhebt vor aller Welt Anklage gegen die widerrechtlichen und unmenschlichen Maßnahmen der Spalter Deutschlands, der Bedrücker Ost-Berlins und der Bedroher West-Berlins.", so der Regierende Bürgermeister Brandt.
  • Protokoll über die 141. (außerordentliche) Sitzung des Senats von Berlin, 13. August 1961
    Diese Sitzung hat nur einen Tagesordnungspunkt, "Sperrung der Zonen- und Sektorengrenzen durch die sowjetzonalen Machthaber". Auch der Polizeipräsident ist zugegen.
  • Erklärung des amerikanischen Außenministers Dean Rusk, 13. August 1961
    Am Abend des 13. August gibt der amerikanische Außenminister eine Erklärung ab. Die Maßnahmen richteten sich gegen die Bewohner Ost-Berlins, das Vier-Mächte-Abkommen sei dadurch nicht verletzt.
  • Stab PdVP Berlin - Journal der Handlung, 14. August 1961
    Das Journal berichtet an diesem Tag von einem nicht zur Arbeit erschienenen SPD-Mitglied, von der politischen Aufklärungsarbeit in den Betrieben und von einem Feuer im VEB Berlin-Chemie.
  • Protokoll Nr. 42/61 der außerordentlichen Sitzung des Politbüros des Zentralkomitees der SED im Sitzungssaal des Politbüros, 14. August 1961
    Entgegen der ursprünglichen Ankündigung wird die Grenze nun komplett dicht gemacht. Keine Visa, keine "Bescheinigungen", und: "Die Antragsteller sind zu registrieren."
  • Protokoll über die 142. (ordentliche) Sitzung des Senats von Berlin, 14. August 1961
    Der Berliner Senat beschäftigt sich mit den "Unrechtsmaßnahmen der sowjetzonalen Machthaber vom 13. August 1961".
  • Offener Brief von Günter Grass an Anna Seghers, 14. August 1961
    Günter Grass wendet sich hilfesuchend an seine Kollegin Anna Seghers: "gegen die Panzer, gegen den gleichen, immer wieder in Deutschland hergestellten Stacheldraht anzureden, der einst den Konzentrationslagern Stacheldrahtsicherheit gab."
  • Memorandum from the President’s Special Assistant for National Security Affairs (Bundy), 14. August 1961
    Es musste so kommen; früher oder später, stellt Sicherheitsberater Bundy fest. Nach der Schließung der Grenzen rät er seinem Präsidenten nun zügig Verhandlungen mit der Sowjetunion aufzunehmen.
  • Flüchtlingsaussage von Gerhard Diekmann, 25 Jahre, ledig, Arbeiter in einem VEB, aufgenommen in West-Berlin, 14. August 1961
    Gerhard Diekmann berichtet über seine Flucht aus der DDR. Gestartet war er in Wismar, im Zug erreichte er West-Berlin.
  • Befehl des Präsidenten der Volkspolizei Berlin, 14. August 1961
    Der Generalmajor Eikemeier, Präsident der Volkspolizei Berlin, befiehlt in fünf Punkten, was gegen die "andauernden Provokationen am Brandenburger Tor" zu tun sei.
  • Aufgliederung der 36 Arbeitsniederlegungen im III. Quartal 1961 nach Betrieben, Bezirken und Gewerkschaften, 14. August 1961
    Nach dem Beginn des Mauerbaus bleibt es an der Streikfront in der DDR verhältnismäßig ruhig. Der FDGB registriert im dritten Quartal 36 Arbeitsniederlegungen, vor allem in Halle.
  • Memorandum from Walt W. Rostow for Mr. Bundy, 14. August 1961
    Für McGeorge Bundy's Mitarbeiter Walt Rostow erfordert die Grenzsperrung zwar einen Protest, rechtfertigt aber weder militärische Vergeltung noch den Abbruch der Handelsbeziehungen.
  • Memorandum for the Secretary of State, 14. August 1961
    In Washington beschäftigen sich Präsident Kennedy und seine Mitarbeiter mit den Berliner Ereignissen, auch das Außen- und das Verteidigungsministerium.
  • Stab. Präsidium der Volkspolizei Berlin - Abt. Information - Journal der Handlung, 15. August 1961
    Eintrag 164: "09.00 Das Sicherungskommando erhielt Mitteilung, daß eine V-Person berichtete, daß zur Zeit im Eternitwerk gestreikt wird. Die Arbeiter wollen "die roten Hunde, die um ihr Werk stehen, verprügeln".
  • Schreiben der westlichen Stadtkommandanten von Berlin an den sowjetischen Stadtkommandanten in Berlin, 15. August 1961
    "Wir müssen gegen die illegalen Maßnahmen, die am 13. August getroffen wurden, protestieren, und machen Sie dafür verantwortlich, daß die die Stadt betreffenden Abkommen eingehalten werden." Die westlichen Stadtkommandanten fordern ihren sowjetischen Kollegen auf, gegen den Mauerbau zu protestieren.
  • Stability of East Germany in the Berlin crises, 15. August 1961
    Der Direktor des amerikanischen Geheimdienstes CIA fasst in 17 Punkten die Entwicklung in Deutschland zusammen.
  • Protokoll Nr. 44/61 der Sitzung des Politbüros des Zentralkomitees der SED am Dienstag, im Sitzungssaal des Politbüros, 15. August 1961
    Zwei Tage nach dem Beginn des Mauerbaus trifft sich das Politbüro um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die provisorische Grenzsicherung soll ausgebaut werden, zugleich sind eine Reihe von Fernseh- und Rundfunkansprachen geplant.
  • Offener Brief von Günter Grass und Wolfdietrich Schnurre an die Mitglieder des Deutschen Schriftstellerverbandes, 16. August 1961
    "Stacheldraht, Maschinenpistole und Panzer" seien nicht die Mittel, den Bürgern die Zustände in der DDR erträglich zu machen, meinen Günter Grass und Wolfdietrich Schnurre in ihrem Brief an ihre Kolleginnen und Kollegen im Osten.
  • FDGB/Abteilung Organisation - Informationsbericht Nr. 8/61, 16. August 1961
    "Wird es zum Krieg kommen? Waren solche harten Maßnahmen notwendig? Mussten es Panzer und Stacheldraht sein?" Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund stellt kritische Fragen an die Regierung der DDR.
  • Brief des Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin, Willy Brandt, an den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy, 16. August 1961
    Drei Tage ist es nun her, dass die Grenzen geschlossen wurden. Willy Brandt, Regierender Bürgermeister von West-Berlin schreibt an Kennedy: "Berlin erwartet mehr als Worte, Berlin erwartet politische Aktionen."
  • Stab. Präsidium der Volkspolizei Berlin - Abt. Information - Journal der Handlung, 16. August 1961
    Am 16. August hält das Protokoll mehrere Fluchtversuche fest. Nachdem ein Flüchtiger schwimmend West-Berlin erreicht, wird die Fahrgastschifffahrt eingeschränkt.
  • Stab. Präsidium der Volkspolizei Berlin - Abt. Information - Journal der Handlung, 17. August 1961
    Auch am 17. August werden alle Ereignisse minutiös dokumentiert. Um 0.35 Uhr die werden beschädigte Regierungsplakate an drei Litfaßsäulen gemeldet, um 14.10 Uhr wird bekannt, dass "die Rede von W. Brandt gestern im VE Kühlbetrieb Leninallee durch mehrere Personen mittels Kofferradio abgehört wurde."
  • Offener Brief von Stephan Hermlin an Wolfdietrich Schnurre und Günter Grass, 17. August 1961
    Der Schriftsteller Stephan Hermlin verteidigt in seiner Antwort auf den offenen Brief von Günter Grass und Wolfdietrich Schnurre Stacheldraht und Panzer: "Das Unrecht vom 13. August? Von welchem Unrecht sprechen Sie?"
  • Note der Regierungen Frankreichs, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten an die Regierung der UdSSR, 17. August 1961
    Die Protestnote der Westmächte an die Regierung in Moskau. Aufmerksame Beobachter stellen fest, dass eine direkte Forderung nach einer Zurücknahme der DDR-Maßnahmen nicht gestellt wird.
  • Aufgebot der FDJ vom 16. August 1961: "Das Vaterland ruft! Schützt die Republik!", 17. August 1961
    "Jeder FDJler ist aufgerufen, sich in dieser Stunde freiwillig zum Ehrendienst in den bewaffneten Kräften der Deutschen Demokratischen Republik zu verpflichten!"
  • Stab. Präsidium der Volkspolizei Berlin - Abt. Information - Journal der Handlung, 18. August 1961
    Die Volkpolizei dokumentiert akribisch jedes Vorkommnis, so auch Nummer 293: "Im VEB Kindl Brauerei Lichtenberger Str. wurden in der Nacht oder in den späten Abendstunden durch unbekannte Täter im Verwaltungsgebäude Plakate für die Wahlagitation abgerissen."
  • Rede des Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, vor dem Deutschen Bundestag, 18. August 1961
    Willy Brandt fordert eine westliche Initiative, um die Verletzung der Menschenrechte in Berlin vor die Vereinten Nationen zu bringen. "Mit diesen Leuten jetzt keine Geschäfte!", ruft er dem Bundestag zu.
  • Brief des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy an den Regierenden Bürgermeister von West-Berlin, Willy Brandt, 18. August 1961
    Wolle man die Entwicklung der letzten Tage rückgängig machen, antwortet Kennedy auf den Brief Willy Brandts, so müsse man einen Krieg beginnen. Und das würden "weder Sie noch wir noch irgendeiner unserer Verbündeten" wollen.
  • Operativplan zur kulturellen Betreuung der zur Sicherung der Hauptstadt eingesetzten Kräfte der Nationalen Volksarmee, 18. August 1961
    Zur moralischen Aufrüstung der Grenz- und Volkspolizisten entwickelt die SED-Bezirksleitung Berlin einen "Operativplan", der die Entsendung von Schriftsteller und Künstler an die Grenze beinhaltet.
  • Note der Regierung der UdSSR an die Regierungen Frankreichs, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten, 18. August 1961
    Drei inhaltsgleiche Noten gehen an die Regierungen in Paris, London und Washington. Die sowjetische Regierung unterstütze "restlos" die Schritte der DDR-Regierung, außerdem seien die getroffenen Maßnahmen nur "zeitweilig".
  • Rede des Bundeskanzler Konrad Adenauer vor dem Deutschen Bundestag, 18. August 1961
    Sondersitzung des Bundestages: Bundeskanzler Konrad Adenauer prangert in einer Regierungserklärung die Absperrmaßnahmen als brutale Verletzung der Menschenrechte und des Berliner Vier-Mächte-Status an.
  • Schreiben des sowjetischen Stadtkommandanten von Berlin an die westlichen Stadtkommandanten, 18. August 1961
    Der sowjetische Stadtkommandant von Berlin, Oberst Solowjew, antwortet auf das Schreiben der westlichen Stadtkommandanten: Die Entwicklung sei vom Westen provoziert, außerdem handle die DDR souverän. "Deswegen lehne ich die in Ihrem Schreiben vom 15. August dargelegten Ansprüche als völlig unbegründet ab."
  • Stab. Präsidium der Volkspolizei Berlin - Abt. Information - Journal der Handlung, 19. August 1961
    Um 9.55 Uhr wird vermerkt, ein "vertrauenswürdiger Westb. Eisenbahner" habe das Eintreffen von Bundeskanzler Adenauer und dem amerikanischen Vizepräsidenten Johnson gemeldet. In der Tat spricht Johnson an diesem Tag vor dem Rathaus Schöneberg.
  • Stab. Präsidium der Volkspolizei Berlin - Abt. Information - Journal der Handlung, 21. August 1961
    Acht Tage nach dem Mauerbau berichtet die Volkspolizei der DDR in ihrem Journal von zwei Arbeitern des Gartenbauamtes, die während ihrer Arbeit die Mauer überstiegen und sich somit kurzzeitig in Westberlin befanden. Sie wurden festgenommen.
  • Stab. Präsidium der Volkspolizei Berlin - Abt. Information - Journal der Handlung, 20. August 1961
    Um 0.20 Uhr folgt die erste Meldung, um 21.45 Uhr die letzte. Dazwischen liegen unter anderem ein Oberschenkeldurchschuss, fünf gemeldete französische Panzer und ein toter Briefkasten.
  • Stab. Präsidium der Volkspolizei Berlin - Abt. Information - Journal der Handlung, 22. August 1961
    Das Protokoll vermerkt an diesem Tag 29 Vorkommnisse. Das Westfernsehen baut eine Kamera auf und ein Ballon wird in Westberlin gestartet.
  • Protokoll Nr. 45/61 der Sitzung des Politbüros des Zentralkomitees der SED am Dienstag, dem 22. August 1961, im Sitzungssaal des Politbüros
    Protokoll einer zehnstündigen Sitzung des Politbüros. SED-Propagandachef Albert Norden bekommt einen Spezialauftrag: Als Antwort auf den Appell Willy Brandts an alle Offiziere, sich nicht zu Lumpen machen zu lassen und nicht auf die eigenen Landsleute zu schießen, soll Norden bei Volkspolizei und Volksarmee schriftliche Erklärungen einholen, die das Gegenteil versichern - die Anwendung der Waffe.
  • Stab. Präsidium der Volkspolizei Berlin - Abt. Information - Journal der Handlung, 23. August 1961
    Meldung 509: "Am KP 40, Markgrafenstr., ist auf westlicher Seite ein Lautsprecherwagen aufgefahren, der Hetzsendungen gegen die DDR ausstrahlt. U.a. wird in den Hetzsendungen erklärt, daß amerikanische Truppen in Stellung gegangen sind, um Westberlin vor dem Kommunismus zu retten. Menschenansammlung von schätzungsweise 600-700 Personen. Klatschen Beifall."
  • Antwortnote der Westmächte auf die Note der Sowjetunion vom 23. August 1961
    In gleichlautenden Antworten weisen die Westmächte die sowjetische Note vom 23. August 1961 scharf als "kaum verhüllte Aggressionsdrohung gegen die alliierten Luftwege von und nach Berlin" zurück. Die Beeinträchtigung ihres freien Zugangs nach Berlin durch die Sowjetregierung oder ihr ostdeutsches Regime werde die "ernstesten Konsequenzen" haben.
  • Transportpolizei/Abschnitt Berlin/Abschnittsleiter, Berlin, den 24.08.1961, Betr.: Verhinderter Grenzdurchbruch an der Staatsgrenze unter Anwendung der Schußwaffe, 24. August 1961
    Die Transportpolizei erstattet Bericht: "Nachdem eine MPI-Salve von drei Schuß einige Meter vor dem Grenzverletzer ins Wasser abgefeuert wurde und dieser nicht umkehrte, erfolgte die Abgabe von zwei gezielten Schüssen, worauf der Grenzverletzer unterging."
  • Stab. Präsidium der Volkspolizei Berlin - Abt. Information - Journal der Handlung, 24. August 1961
    Die Punkte 514 bis 541 berichten unter anderem von der Flucht zweier Maurer, der Fahrt eines sowjetischen Offiziers in einem Pkw nach Westberlin und von Steinwürfen von West nach Ost.
  • Secret Sovjet Tactics in the Berlin crises - Special National Intelligence Estimate Number 11-10-6, 24. August 1961
    Was plant die Sowjetunion in der Berlinkrise? Die CIA analysiert die neue Situation nach dem 13. August.
  • Bericht der nach West-Berlin geflohenen VP-Unterwachtmeister Rudolf K. und Reinhard R. über ihren Einsatz am 13. August 1961 und danach, 25. August 1961
    Zwei Unterwachtmeister der Ost-Berliner Volkspolizei, die an diesem Tag nach West-Berlin flüchten, berichten über ihren Einsatz am 13. August und an den Tagen danach – und über den Schießbefehl.
  • "Verbrecher wollte entfliehen", Zur Tötung von Günter Litfin, Neues Deutschland, 25. August 1961
    Unter der Überschrift "Verbrecher wollte fliehen" berichtet das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" unter Verfälschung des Sachverhalts über die Tötung des Flüchtlings Günter Litfin am Vortag.
  • Brief von Dr. Albert Schweitzer an den Vorsitzenden des DDR-Staatsrates, Walter Ulbricht, Neues Deutschland, 25. August 1961
    Das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" veröffentlicht einen handschriftlichen Brief Albert Schweitzers an SED-Chef Walter Ulbricht. Darin bedankt sich Schweitzer für Ulbrichts Glückwunschschreiben zur Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Charité der Ost-Berliner Humboldt-Universität.
  • Bericht des Verteidigungsministeriums der UdSSR an das KPdSU-Zentralkomitee, 26. August 1961

    In einem Bericht an das KPdSU-Zentralkomitee über die Lage in Berlin nimmt das sowjetische Verteidigungsministerium Bezug auf die Tötung von Günter Litfin zwei Tage zuvor.
  • Protestnoten der Botschafter der Westmächte in der Bundesrepublik an den sowjetischen Botschafter in Ost-Berlin, 26. August 1961
    In Protestnoten an den sowjetischen Botschafter in Ost-Berlin, Michail Perwuchin, kritisieren die Botschafter der USA, Frankreichs und Großbritanniens unter anderem die Zuweisung von nur einer Grenzübergangsstelle für westalliiertes Personal in Berlin (Checkpoint Charlie) als Verletzung alliierter Übereinkünfte.
  • Bericht des VP-Wachtmeisters Burghardt A. über seine Flucht nach West-Berlin am 28. August 1961, 6. September 1961
    Ein nach West-Berlin geflohener DDR-Volkspolizist berichtet über seinen Einsatz an der Grenze seit dem 13. August und die Stimmung in seiner Einheit.
  • Protokoll der SED-Politbürositzung, 29. August 1961 (Auszüge)
    Das SED-Politbüro beschließt Maßnahmen zu "Fragen der Verteidigung der DDR", die in den folgenden Wochen und Monaten nach und nach umgesetzt werden.
  • RIAS-Ansprache von Bundesminister Ernst Lemmer, 26. August 1961
    In einer RIAS-Ansprache weist der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Ernst Lemmer, erneut die in der sowjetischen Note vom 23. August 1961 erhobenen Vorwürfe, er sei der "Transportminister für Provokateure, Revanchisten, Extremisten, Wühlagenten, Spione und Diversanten jeder Art" energisch zurück.
  • Bericht des Verteidigungsministeriums der UdSSR an das KPdSU-Zentralkomitee,
    30. August 1961

    In einem Lagebericht an das KPdSU-Zentralkomitee informiert das sowjetische Verteidigungsministerium über die Verlegung von amerikanischen Truppenteilen aus der Bundesrepublik nach West-Berlin, die möglicherweise Atommunition mit sich führten.
  • Rundfunk- und Fernsehansprache von Bundespräsident Heinrich Lübke über die Lage in Berlin, 31. August 1961
    Anlässlich eines Besuches in West-Berlin spricht Bundespräsident Heinrich Lübke auf einer improvisierten Kundgebung vor dem Rathaus Schöneberg. Er versichert den West-Berlinern die Solidarität aller Deutschen.
  • Brief des Kuratoriums Unteilbares Deutschland an Albert Schweitzer, Ende August 1961
    Der Vorsitzende des Kuratoriums Unteilbares Deutschland, Dr. Schütz, wendet sich in einem Brief an Albert Schweitzer: "Lassen Sie nicht die Verächter des Friedens und die Spötter gegen Christentum und Menschlichkeit mit einem mißbrauchten Segenswort von Ihnen durchs Land ziehen."
 
 
 
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