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Rapport der Ost-Berliner Volkspolizei über den Fluchtversuch von Günter Litfin, 25. August 1961


Rapport Nr. 236 für die Zeit vom 24.8. / 25.8.1961, von 04.00 Uhr bis 04.00 Uhr

I. Staatliche Sicherheit

Schußwaffengebrauch durch Trapo-Angehörigen

VPI Mitte

Am 24.8.61, gegen 16.15 Uhr, versuchte der Günther Litfin, geb. 19.1.37, wohnhaft gewesen Bln.-Weißensee , Heinersdorferstr. 32, Arbeitsstelle nicht bekannt, am Humboldt-Hafen das demokr. Berlin illegal zu verlassen. L. umging die Posten, indem er vermutlich aus dem Gelände der Charité kam, eine Mauer überstieg um an das Spreeufer zu gelangen. Als er unter der Brücke am Alexanderufer hervorkam, wurde er von dem auf dem Bahngelände befindlichen VP-Mstr. P., Dienststelle: Trapo-Halle, aufgefordert, stehen zu bleiben. Dieser Aufforderung kam L. nicht nach, sondern rannte dem in 30 Meter Entfernung befindlichen Ufer zu. Der VP-Angeh. gab daraufhin 2 Warnschüsse aus seiner MI ab. L. rannte jedoch weiter und sprang ins Wasser, um schwimmend das Ufer in Westberlin zu erreichen. Der Posten schoß jetzt drei Schuß Sperrfeuer, ohne das sich L. darum kümmerte und weiter schwamm. VP-Mstr. P. gab jetzt zwei gezielte Schüsse auf L. ab, wovon einer den Beschuldigten tödlich traf. Kurze Zeit danach sammelten sich auf dem westlichen Ufer ca. 300 Personen an, die bis zur Bergung der Leiche gegen 19.05 Uhr dort verblieben. In Westberlin befanden sich mehrere Fotografen unter den Schaulustigen, die immer versuchten zu fotografieren. Daraufhin wurde die Leiche so geborgen, daß ein Fotografieren nicht möglich war. L. wurde zum VP-Krankenhaus überführt. Am Ort waren: Abt. F, Trapo, MUK und Abt. K der VPI. Weitere Bearbeitung durch MUK.

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Quelle: Polizeihistorische Sammlung/Der Polizeipräsident in Berlin