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Chronik 1989

Überblick

„Die Mauer ... wird in fünfzig und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben", erklärt Erich Honecker noch Ende Januar 1989. Tatsächlich erscheint die DDR den meisten Zeitgenossen zu dieser Zeit stabil, obwohl das aufziehende wirtschaftliche Desaster am Zustand der Industrieanlagen, der Bausubstanz der Altstädte, der Straßen sowie der Luft- und Wasserverschmutzung erkennbar wird. Mehr
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    • 1989

      1. August

      Dem Entwurf einer Vorlage der ZK-Abteilung Sicherheitsfragen („Information und Schlußfolgerungen zu einigen aktuellen Fragen der feindlichen Einwirkung auf Bürger der DDR") zufolge haben die DDR-Sicherheitsorgane 160 „feindliche, oppositionelle Zusammenschlüsse", darunter 150 sogenannte kirchliche Basisgruppen, mit insgesamt etwa 2.500 Personen gezählt. Es würden „ca. 25 nicht genehmigte Druck- und Vervielfältigungserzeugnisse mit antisozialistischem Inhalt hergestellt und verbreitet. Dazu wird fast ausschließlich kircheigene oder private Technik verwendet". Mehr
    • 1989

      5. August

      Erstmals nimmt die DDR-Regierung offiziell zu den Botschaftsflüchtlingen im DDR-Fernsehen DDR Stellung und bestätigt, dass sie ein Fluchtproblem hat.


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    • 1989

      7. August

      Die SED-Führung kündigt die sogenannte Anwaltszusage auf. Rechtsanwalt Vogel teilt dem Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen mit, dass er Zufluchtsuchenden in den Vertretungen der Bundesrepublik nur noch Straffreiheit bei Verlassen und Rückkehr in die DDR, nicht aber mehr wie bisher eine schnelle positive Entscheidung des Ausreiseantrags zusagen könne. Mehr
    • 1989

      8. August

      Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin, die von rund 130 DDR-Bürgern besetzt ist, wird geschlossen. Am 14. und 22. August folgen die Schließungen der Botschaften in Budapest und Prag, in denen sich 171 bzw. 140 Fluchtwillige aufhalten. Mehr
    • 1989

      8. August

      Eine Seilsperre durchbrochen, am zweiten Stahlseil jedoch gescheitert: Fluchtversuch eines 33-Jährigen mit einem PKW Marke „Trabant“ am Grenzübergang Drewitz nach Berlin-Zehlendorf, 8. August 1989
      Beim Einfahren in die Kontrollstelle am Grenzübergang Drewitz löst das Fluchtauto eines 33-Jährigen Alarm und die Schließung der Sperreinrichtungen aus. Mehr
    • 1989

      14. August

      Anlässlich der Übergabe erster Funktionsmuster von 32-bit-Mikroprozessoren durch das Erfurter Kombinat Mikroelektronik erklärt Erich Honecker: „Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf."
    • 1989

      15. August

      Gescheiterte Flucht eines 28-Jährigen mit einem Lastwagen Marke „Moskau SIL 131“ am Grenzübergang Stolpe nach Berlin-Spandau, 15. August 1989
      Gegen Mitternacht scheitert das Fluchtvorhaben eines 28-Jährigen. Mit einem LKW durchbricht er zwar die Sperren am Grenzübergang Stolpe, der Aufprall ist aber zu groß und wirft den LKW auf die Seite. Mehr
    • 1989

      19. August

      Das Ungarische Demokratische Forum und weitere ungarische Oppositionsgruppen haben unter Schirmherrschaft des Europa-Abgeordneten Otto von Habsburg und des ungarischen Reformpolitikers Imre Pozsgay, Mitglied des Politbüros der USAP und Staatsminister, zu einem „paneuropäischen Picknick" an die ungarisch-österreichische Grenze bei Sopron geladen, um durch die symbolische Öffnung eines Grenztores und eine „einmalige, okkasionelle Grenzüberschreitung" für einen Abbau der Grenzen und ein geeintes Gesamteuropa zu demonstrieren.

      Über 600 DDR-Bürger stürmen durch ein nur angelehntes Grenztor nach Österreich. Nach wenigen Stunden wird das Tor wieder geschlossen.

      Die gefahrlose Grenzüberquerung, so wird später bekannt, wurde durch ein Stillhalteabkommen zwischen Staatsminister Pozsgay, dem Innenminister und dem Chef der Grenztruppen ermöglicht – und ist ein Test, wie die Sowjetunion auf derartige Aktionen reagiert. László Nagy: Das Paneuropäische Picknick Gespräch mit dem ungarischen Staatsminister a. D., Prof. Dr. Imre Pozsgay Weniger anzeigen
    • 1989

      21. August

      Bei Demonstrationen in Prag anlässlich des 21. Jahrestages der Niederschlagung des „Prager Frühlings" werden mehrere hundert Menschen verhaftet.
    • 1989

      22. August

      Ein DDR-Bürger wird bei einem Fluchtversuch nach Österreich von einem ungarischen Grenzposten erschossen.
    • 1989

      23. August

      Hunderttausende gedenken in den baltischen Republiken der Sowjetunion der verlorenen Unabhängigkeit.
    • 1989

      24. August

      Mithilfe des Internationalen Roten Kreuzes werden über einhundert zufluchtsuchende DDR-Bürger aus der Budapester Botschaft über Österreich in die Bundesrepublik ausgeflogen.
    • 1989

      24. August

      In Polen wird Solidarnosc-Mitbegründer Tadeusz Mazowiecki zum ersten nichtkommunistischen Ministerpräsidenten gewählt.
    • 1989

      25. August

      In Bonn kommen der ungarische Ministerpräsident Miklos Németh und Außenminister Gyula Horn mit Bundeskanzler Helmut Kohl und Außenminister Hans Dietrich Genscher zu einem Geheimtreffen auf Schloß Gymnich zusammen. Mehr
    • 1989

      26. August

      Eine Initiativgruppe, zu der Martin Gutzeit, Markus Meckel, Arndt Noack und Ibrahim Böhme gehören, ruft zur Gründung einer sozialdemokratischen Partei in der DDR auf.
    • 1989

      29. August

      Auf einer SED-Politbüro-Sitzung herrscht Ratlosigkeit, wie mit der Flüchtlingskrise weiter umgegangen werden soll. Günter Mittag, der den kranken Erich Honecker vertritt, führt aus: Mehr
    • 1989

      31. August

      DDR-Bürger warten in einem Flüchtlingslager des Malteser-Hilfsdienstes in Budapest auf ihre Ausreisegenehmigung, 31. August 1989.
      Der ungarische Außenminister Gyula Horn trifft in Ost-Berlin zu Gesprächen mit DDR-Außenminister Oskar Fischer und Günter Mittag ein. Mehr
    • August 1989

      Im August gelingt 20.955 Bürgern die Flucht in den Westen. 12.812 Menschen dürfen die DDR mit Genehmigung verlassen.
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