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Jahrestage des Mauerbaus in Ost und West – im Laufe der Zeit

Am 13. August 2026 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 65. Mal – und das historische Ereignis rückt wieder in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Wir haben uns dieses Jahr die Frage gestellt, wie sich das Erinnern an den Mauerbau im Laufe der Zeit verändert hat. Unter welchen Vorzeichen stand die Erinnerung an diese tiefgreifende Zäsur in beiden deutschen Staaten und wie hat sie sich nach der Wiedervereinigung entwickelt?

Von der DDR-Regierung gebaut, um die Massenflucht gen Westen zu unterbinden, stand die SED stets vor dem Problem, die Existenz der Mauer zu legitimieren. Die offizielle Bezeichnung für die Berliner Mauer in der DDR lautete „antifaschistischer Schutzwall“. Jahrestage des Mauerbaus wurden häufig mit staatlich organisierten Veranstaltungen wie Militärparaden oder Kundgebungen begangen. Widerspruch gegen den staatlich verordneten Gedenkkanon der SED wurde kriminalisiert. Die Menschen konnten ihren Protest höchstens darin ausdrücken, dass sie sich den teilweise verpflichtenden offiziellen Feierlichkeiten entzogen.

Die Erinnerung an den Bau der Berliner Mauer war im geteilten Deutschland unter dem Eindruck des Kalten Krieges ein Thema, bei dem auf beiden Seiten die ideologische Frontstellung zum Ausdruck kam. So zeigte sich in diesem Erinnern der Systemwettstreit der beiden deutschen Staaten, der auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen geführt wurde. Es wurde gewissermaßen „um die Wette erinnert“.

In der Bundesrepublik gab es vor allem in den frühen 1960er Jahren offizielle Solidaritätsbekundungen mit der Ost-Berliner und DDR-Bevölkerung. Die Mauer wurde als „Bauwerk der Unmenschlichkeit“ angeprangert. In den späteren Jahrzehnten wurde der 13. August vermehrt von zivilgesellschaftlichen Gruppen für Mahnwachen und Protestaktionen genutzt.

Schließlich griffen im wiedervereinigten Deutschland unterschiedliche politische Akteure den Jahrestag auf, um ihre jeweiligen Positionen zur deutschen Teilung und ihrer Erinnerung zu verdeutlichen.

Die folgenden Bildergalerien geben Einblicke in Jahrzehnte des öffentlichen Erinnerns an den Bau der Berliner Mauer und zeigen schlaglichtartig unterschiedliche Formen der Auseinandersetzung mit diesem historischen Ereignis in Ost und West sowie im wiedervereinigten Deutschland.

1960er Jahre



1980er Jahre



Nach dem Mauerfall



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